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Cologny, Fondation Martin Bodmer, Cod. Bodmer 66
Papier · 24 pp. · 16.2 x 9.7 cm · Mitte des 18. Jahrhunderts
Doktor Fausts Dreifacher Höllenzwang
Zu Beginn des 17. Jahrhunderts wurde ein Buch der Schwarzen Magie veröffentlicht, welches dem mythenhaften Faust unter dem Namen Höllenzwang zugeschrieben wurde. Die Bibliothek von Weimar besass eine Handschrift dieses Textes, von welcher Goethe Kenntnis hatte. Eine ähnliche Handschrift konnte Martin Bodmer 1949 kaufen. Dieses Dokument, welches schwierig zu datieren ist, wurde in unverständlichen Zeichen geschrieben und soll laut einer deutschen Glosse eine Anzahl von magischen Zaubersprüchen für Exorzisten enthalten, mit welchen man namentlich die sieben Dämonen herbeirufen kann.
(red)
Online seit: 2015-12-17
Cologny, Fondation Martin Bodmer, Cod. Bodmer 67
Pergament · I + 83 + II ff. · 27.7 x 22 cm · zweite Hälfte des 13. Jahrhunderts
Gui de Warewic ; Wace, Geoffroy
Diese Handschrift des 13. Jahrhunderts bietet eine Auswahl an Texten zur legendenhaften Geschichte Britanniens: den Ritterroman «Gui de Warewic» und die anglonormannische Reimchronik des «Roman de Brut» von Wace, die berichtet, wie ein Urenkel des aus Troja entkommenen Aeneas die britische Insel erobert. Es folgen die «Prophéties de Merlin» in der Übersetzung von Helias. Das Corpus wird durch «Florence de Rome», ein Text, der sich als halb «chanson de geste», halb Abenteuerroman charakterisieren lässt, abgeschlossen.
(fmb)
Online seit: 2009-03-25
Cologny, Fondation Martin Bodmer, Cod. Bodmer 68
Pergament · 155 ff. · 25.5 x 21.9 cm · erste Hälfte des 9. Jahrhunderts
Institutio canonicorum Aquisgranensis
Die karolingische Reform hatte dem Wunsch nach religiöser Vereinheitlichung nachgegeben indem sie eine einheitliche Regel für die Mönche schuf, die Concordia regularum von Benedikt von Aniane. Im Zuge dieser Ereignisse versuchte man im Übergang vom 8. zum 9. Jahrhundert den mönchischen Status von kanonischen zu unterscheiden. Ludwig der Fromme liess 816 das Resultat des Konzils von Aix veröffentlichen; die Kanonischen Institutionen zeigen im ersten Teil die Satzungen der Väter und der vorgängigen Konzilien auf, im zweiten Teil erklären sie die Beschlüsse des Konzils. Das Aufschreiben dieses Werks wurde während langer Zeit Amalarius von Metz zugeschrieben, ein Schüler Alkuins und Berater Karls des Grossen; man muss jedoch einen anderen Autor für diese Gesamtheit von 118 Kapiteln suchen, welche teilweise sehr ausgedehnt ist, daher soll Benedikt von Aniane mitgearbeitet haben. Die Handschrift der Fondation Martin Bodmer wurde nur einige Jahre nach der Publikation des Textes (in der ersten Hälfte des 9. Jahrhunderts) in einer schönen karolingischen Schrift geschrieben und gehörte der Benediktinerabtei des Heiligen Jakob von Mainz. Eine ganzseitige Zeichnung, welche die Kreuzigung darstellt, wurde im 12. oder 13. Jahrhundert am Ende des Buches hinzugefügt.
(mes)
Online seit: 2009-12-21
Cologny, Fondation Martin Bodmer, Cod. Bodmer 70
Pergament · 114 ff. · 19.5 x 13 cm · 15. Jahrhundert
Galfredus Monumetensis, Historia regum Britanniae
Die aus England stammende Handschrift enthält die Historia regum Britannie von Geoffrey von Monmouth (ca. 1100-1154). Am Ende des Textes (114v) hat der Schreiber einige Anmerkungen zur angelsächsischen Heptarchie transkribiert, eine Notiz über Eduard I., König von England, und über die Niederlage, die Eduard II. bei Bannockburn erlitt.
(ber)
Online seit: 2017-03-22
Cologny, Fondation Martin Bodmer, Cod. Bodmer 71
Pergament · I + 49 + I ff. · 29.1 x 21.5 cm · 15. Jahrhundert
Gervais du Bus, Roman de Fauvel
Der Roman de Fauvel ist ein französisches Gedicht in Versen, im 14. Jahrhundert von verschiedenen Autoren geschrieben, zu denen auch der Geistliche Gervais du Bus gehörte. Es ist in nicht mehr als 15 Handschriften überliefert. Das Gedicht bedient sich der Metapher eines Esels, der Herr des Hauses seines Besitzers wurde, um Kritik an der Korruption der Kirche und am politischen System zu üben. Der Buchschmuck der in einer Bastarda verfassten Handschrift blieb unvollendet.
(ber)
Online seit: 2017-03-22
Cologny, Fondation Martin Bodmer, Cod. Bodmer 72
Pergament · 333 ff. · 34.5 x 25 cm · erstes Viertel des 14. Jahrhunderts
Sammlung kleinerer mittelhochdeutscher Reimpaardichtungen (Kalocsa-Kodex)
Der so genannte «Kalocsa-Kodex» enthält mehr als zweihundert Texte aus der Zeit zwischen dem Ende des 12. und dem Anfang des 14. Jahrhunderts und ist ein herausragendes Zeugnis deutscher Lyrik des Mittelalters. Er überliefert auf rund 330 Pergamentblättern Gedichte Walthers von der Vogelweide, Konrads von Würzburg, Hartmanns von Aue, Reinmars von Zweter oder des Strickers sowie Texte in der Tradition der Fuchsdichtung und eine Reihe anonymer Werke. CB 72 ist eng verwandt mit einer von derselben Hand geschriebenen und teilweise kopierten Handschrift, die in der Universitätsbibliothek Heidelberg aufbewahrt wird (Cod. Pal. Germ. 341).
(fmb)
Online seit: 2007-12-20
Cologny, Fondation Martin Bodmer, Cod. Bodmer 73
Papier · 154 ff. · 28.5 x 21 cm · 1461
Gesta romanorum (dt.)
Die Handschrift enthält eine deutsche Version der Gesta Romanorum, eine Sammlung von ursprünglich lateinischen Anekdoten und Erzählungen, die gegen Ende des 13. oder zu Beginn des 14. Jahrhunderts zusammengestellt wurde. Sie war während des gesamten Mittelalters sehr erfolgreich und wurde wiederholt neu gedruckt. Dieser Kodex wurde 1461 (f. 150vb) in Bayern geschrieben.
(ber)
Online seit: 2017-03-22
Cologny, Fondation Martin Bodmer, Cod. Bodmer 74
Pergament · 128 ff. · 31.2 x 19.6 cm · 1071
Graduale · Troparium · Sequentiarium
Dieses Gradual wurde 1071 vom Erzpriester Johannes von der Kirche Santa Cecilia in Trastevere geschrieben und enthält die Notenschrift verschiedener Messgesänge. Die schriftlich festgehaltenen Melodien machen aus CB 74 das älteste Zeugnis des altrömischen Gesangs.
(fmb)
Online seit: 2007-07-31
Cologny, Fondation Martin Bodmer, Cod. Bodmer 75
Pergament · 282 ff. · 46.3 x 29.2 cm · 13.-14. Jahrhundert oder zu Beginn des 14. Jahrhunderts
Gratianus, Decretum (cum glossa ordinaria)
Diese Handschrift juristischen Inhalts des 13. oder beginnenden 14. Jahrhunderts zeigt die grosse Beachtung, welche im Mittelalter dem Decretum Gratiani geschenkt wurde. Der Text ist eingerahmt durch die Glossa Ordinaria des Johannes Teutonicus, in der ersten Überarbeitung des Bartholomäus von Brescia (vor 1245). Die Handschrift weist zahlreiche historisierte Initalen auf.
(fmb)
Online seit: 2007-07-31
Cologny, Fondation Martin Bodmer, Cod. Bodmer 76
Pergament · II + 166 ff. · 31.3 x 22 cm · 12. Jahrhundert
Gregorius Magnus, Homiliae in Ezechielem
Der aus Italien stammende Kodex enthält die Homiliae in Ezechielem von Gregor dem Grossen. Auf f. 1r ist das Anathema Quicumque eum vendiderit vel alienaverit vel hanc scripturam raserit anathema sit zu lesen, sowie ein teilweise ausradiertes Exlibris, das einen Konvent der Heiligen Agnes erwähnt. Er wurde 1962 von Martin Bodmer erworben und gehörte vielleicht der Kirche San Giorgio Maggiore in Venedig, darauf dem Abt Celotti, zur Bibliothek von Thomas Phillips und Sir Sydney Cockerell.
(ber)
Online seit: 2017-03-22
Cologny, Fondation Martin Bodmer, Cod. Bodmer 77
Pergament · 112 ff. · 14 x 9 cm · 12. Jahrhundert
Guido Aretinus, Micrologus; Prologus in Antiphonarium; De ignoto cantu; Regulae rhythmicae
Diese aus Mittelitalien stammende Handschrift des 12. Jahrhunderts enthält musiktheoretische Werke von drei lateinischen Autoren. Darunter ist auch Guido Aretinus, ein toskanischer Mönch vom Ende des 10. Jahrhunderts, dem die Erfindung der Solmisation zugeschrieben wird. Einige Passagen der im Codex enthaltenen Texte lehnen sich an die Institutio musica von Boethius an.
(fmb)
Online seit: 2007-07-31
Cologny, Fondation Martin Bodmer, Cod. Bodmer 78
Pergament · 88 ff. · 32.5 x 23 cm · 14. Jahrhundert (um 1370?)
Guido de Columnis, Historia destructionis Troiae
Die Pergamenthandschrift des 14. Jahrhunderts überliefert die Historia destructionis Troiae von Guido de Columnis. Die 187 Miniaturen wurden von Giustino da Forlì ausgeführt und zeigen die wichtigsten Ereignisse des Trojanischen Krieges vor dem Hintergrund gotischer Architektur in Venedig. An den Rändern in der Handschrift finden sich schriftliche Spuren der Zusammenarbeit von Kopist und Illuminator: in venezianischem Dialekt notierte der Schreiber das für die Miniaturen vorgesehene Bildprogramm, welches der Illuminator dann getreulich umsetzte.
(fmb)
Online seit: 2007-07-31
Cologny, Fondation Martin Bodmer, Cod. Bodmer 79
Pergament · IV + 137 + III ff. · 26.3 x 17.6 cm · 1308
Guillaume de Lorris und Jean de Meun, Roman de la Rose
Guillaume de Lorris und Jean de Meung sind die Autoren des Roman de la Rose, eines der Meisterwerke der höfischen Literatur des Mittelalters. In einem traumhaften und allegorischen Rahmen versucht der Geliebte, in einen geschlossenen Garten einzudringen, welcher eine Rose verbirgt – das Bildnis seiner Geliebten. Der zweite Teil, der von Jean de Meung geschrieben wurde, bietet eine philosophischere und moralisierendere Lektüre. Diese Handschrift, welche im 14. Jahrhundert auf Pergament abgeschrieben wurde, enthält mehrere goldene und mit Gold hervorgehobene Darstellungen und Rahmen, so wie Initialen mit blauen und roten Verlängerungen.
(jos)
Online seit: 2010-06-02
Cologny, Fondation Martin Bodmer, Cod. Bodmer 80
Pergament · I + 43 + I ff. · 18.7 x 14-14.7 cm · 10., 11., 13. Jahrhundert
Gunzo Novariensis, Epistula ad Augienses · Lampertus Hersfeldensis, Vita S. Lulli Moguntini · Concilium Lateranense IV, Canones seu Decreta
Handschrift in drei Teilen. Der erste (f. 1r-20v) enthält die älteste Version der Epistola ad Augienses von Gunzo und ist ins 10. Jahrhundert datierbar. Der zweite Teil (f. 21r-27v), wahrscheinlich der Originalkern des Kodex, dem die anderen zwei Teile hinzugefügt wurden, überliefert das Autograph der Vita s. Lulli episcopi Moguntini von Lambert von Hersfeld und ist aus dem 11. Jahrhundert. Im dritten Teil (f. 28r-43v) aus dem 13. Jahrhundert, sind die Constitutiones des Vierten Laterankonzils (1215) transkribiert. Der Kodex stammt aus dem Benediktinerkloster Tegernsee (der erste Teil wird im Bibliothekskatalog dieses Klosters erwähnt), später kam er zur Sammlung der Prinzen Oettingen-Wallerstein und wurde schliesslich 1948 von den Antiquitätenhändlern Rosenthal an Martin Bodmer verkauft. Die alten Vorsatzblätter bestehen aus Fragmenten einer liturgischen Handschrift, die aus der Diözese Freising herkommt.
(ber)
Online seit: 2017-03-22
Cologny, Fondation Martin Bodmer, Cod. Bodmer 81
Pergament · III + 34 + III ff. · 27.5 x 19.5 cm · 15. Jahrhundert
Pessach Haggada
Diese hebräische Handschrift aus dem 15. Jahrhundert vereint die liturgischen Texte und kommentiert die Riten, welche das Passahfest rhythmisieren. Die mit Miniaturen versehende und reich illustrierte Passah-Haggadah enthält die vollständige liturgische Version der Exodus-Erzählung. Der erste Teil der Handschrift enthält den Text des italienischen Ritus, der zweite Teil jenen der Aschkenasim. Die Handschrift wurde von Joël ben Siméon geschrieben und illuminiert, der sein Werk in einem Kolophon zeichnet (f. 34r): Ich bin Joel ben Simeon, genannt Veibusch Ashkenazi – gesegnet sei sein Andenken – und stamme aus Köln, das am Ufer des Rheins liegt.
(bib)
Online seit: 2013-04-23
Cologny, Fondation Martin Bodmer, Cod. Bodmer 82
Pergament · II + 24 + II ff. · 21.8 x 26 cm · Ende des 13. Jahrhundert
Raoul de Houdenc, Roman des Eles. Donnei des Amants. Lai d'Haveloc. Lai de Désiré. Lai de Nabaret
Dieses Manuskript, von einem einzelnen Schreiber am Ende des 13. Jahrhunderts kopiert, war ein Geschenk von Sir Robert Benson (1797-1844) an den bekannten Sammler Sir Thomas Phillipps. Gemäss Benson habe es dem Kloster Wilton in Wiltshire gehört und sei von Edelfrauen und Nonnen gelesen worden. Phillipps liess die Handschrift neu binden, wobei der Lai d'Haveloc an den Anfang gestellt und sein Titel auf den Buchrücken geschrieben wurde. Der Donnei des amants ist die Einzelüberlieferung einer gelehrten Diskussion zwischen zwei Liebhabern, die exempla austauschen: den Tristan Rossignol, den Didon, den Lai de l'oiselet und den L'Homme et le Serpent.
(hen)
Online seit: 2013-12-13
Cologny, Fondation Martin Bodmer, Cod. Bodmer 83
Papier · 62 ff. · 30 x 20 cm · drittes Drittel des 14. Jahrhunderts
Heinrich von Veldeke, Eneide
Der Codex aus dem 14. Jahrhundert ist eine von sieben erhaltenen Handschriften, welche den Eneasroman Heinrichs von Veldeke, einem wichtigen Wegbereiter der mittelhochdeutschen Dichtung, vollständig überliefern. Bei Veldekes Werk handelt es sich um den ersten mittelhochdeutschen höfischen Roman und eine Bearbeitung des um 1160 entstandenen altfranzösischen Roman d'Eneas.
(fmb)
Online seit: 2007-07-31
Cologny, Fondation Martin Bodmer, Cod. Bodmer 84
Pergament · 12 + 51 ff. · 22.3 x 17.2 cm · 9. Jahrhundert (erste Hälfte)
De victus ratione liber II seu De observantia ciborum
Diese Karolingische Handschrift aus der Zeit vor 850 stammt aus dem Kloster Fulda. Der Codex enthält in einziger Überlieferung die lateinische Version eines Textes, der fälschlicherweise Hippocrates zugeschrieben wurde: Die Schrift De victus ratione legt die Grundlagen der Diätetik und betont den Antagonismus der Elemente Feuer und Wasser im Körper. Zahlreiche Gelehrte und Ärzte haben sich im Laufe der Geschichte auf diesen Text berufen.
(fmb)
Online seit: 2007-07-31
Cologny, Fondation Martin Bodmer, Cod. Bodmer 85
Pergament und Papier · (3) + 206 + (3) pp. · 26.5 x 21 cm · 13. Jahrhundert
Homer, Ilias mit Scholien
Die Handschrift CB 85, ein Manuskript auf Papier, wurde im 13. Jahrhundert in der Terra d'Otranto abgeschrieben, dem berühmten Zentrum der griechischen Kultur in Süditalien. Der Text von Homer wurde mit interlinearen Scholien und Marginalien und mit dem Kommentar des Byzantiners Johannes Tzetzes ergänzt.
(mes)
Online seit: 2009-12-21
Cologny, Fondation Martin Bodmer, Cod. Bodmer 86
Papier · 13 ff. · 30.2 x 20.5 cm · 14. Jahrhundert
Ilias latina
Diese Ilias Latina, welche im 14. Jahrhundert auf Papier abgeschrieben wurde, ist eine lateinische Adaptation des grossen Epos von Homer, einer der Grundtexte des antiken Griechenlands. Sie wurde in einer gotischen Halbkursive von einem einzigen Schreiber in der Region von Neapel geschrieben. Hervorzuheben sind einige gemalte Initialen, die teilweise Figuren enthalten, so eine Muse, die ein mit Sternen übersätes Kleid trägt und ein Schwert in der Hand hält.
(jos)
Online seit: 2010-06-02