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Cologny, Fondation Martin Bodmer, Cod. Bodmer 87
Papier · I + 22 ff. + 7 ff. · 21.6 x 14.5 cm · 1469
Ilias latina
Die Ilias Latina wurde während des abendländischen Mittelalters, das dank lateinischer Adaptationen Zugang zum trojanischen Stoff hatte, häufig abgeschrieben. Heute sind etwa hundert Handschriften verzeichnet. Der Codex Bodmer 87 kann mit Hilfe eines Kolophons datiert und lokalisiert werden: „Aretii die 15 Iuli 1469“ (den 15. Juli 1469 in Arezzo, fol. 22). Die humanistische Schrift, eine leicht eckige Kursive, stammt von der Hand eines einzigen Schreibers.
(jos)
Online seit: 2010-06-02
Cologny, Fondation Martin Bodmer, Cod. Bodmer 88
Pergament · 72 ff. · 25.3 x 19.5 cm · ausgehendes 10. Jahrhundert / Anfang des 11. Jahrhunderts
Horaz, Opera
Die Handschrift CB 88, welche die Odes, die Epodes und das Carmen saeculare – das Jahrhundertlied, welches von Kinderchören des römischen Adels während den säkularen Spielen interpretiert wurde – zusammenführt, ist ein aussergewöhnliches Zeugnis der Horaz-Handschriften des Übergangs vom 10. zum 11. Jahrhundert. Seine vielen Marginal- und Interlinear-Glossen, die häufig aus Notizen von Pseudo-Acro stammen, erklären Verse, deren metrische Genauigkeit und verbale Virtuosität gelobt wird. Die alphabetischen Tabellen und die Titel wurden im 14. Jahrhundert am Schluss des Buches angefügt.
(mes)
Online seit: 2009-12-21
Cologny, Fondation Martin Bodmer, Cod. Bodmer 89
Pergament · 79 + 1 ff. · 21.2 x 12.5 cm · 12. Jahrhundert
Horatius, Opera (cum glossis)
Die zahllosen Rand- und Interlinearglossen in CB 89 zeugen von der Wiederentdeckung der Werke des Horaz im 12. Jahrhundert. Die Abschrift wurde in Frankreich erstellt.
(fmb)
Online seit: 2009-03-25
Cologny, Fondation Martin Bodmer, Cod. Bodmer 90
Pergament · 222 ff. · 15.5 x 10.2 cm · 15. Jahrhundert
Horaz, Vergil, Persius, Statius
Verschiedene Schreiber haben zu den Abschriften von Werken von Horaz, Vergil, Persius und Statius, die im CB 90 vereinigt sind, beigetragen. Diese humanistischen Schriften aus dem 15. Jahrhundert zeugen von der Rezeption der lateinischen Autoren im Italien der Renaissance. Zwei Blätter am Ende der Handschrift sind Palimpseste: ein Brief der Heroides von Ovid (von Sappho an Phaon) und ein Auszug der Epigramme von Martial, die auf den biblischen Text des Buches von Tobias übertragen wurden.
(mes)
Online seit: 2009-12-21
Cologny, Fondation Martin Bodmer, Cod. Bodmer 91
Papier · 389 ff. · 29.2 x 20 cm · 1468
Hugo von Trimberg: Der Renner · Johann Hartlieb: Alexanderroman
Die Handschrift aus Südtirol wurde von zwei Schreibern im Jahr 1468 erstellt und vereinigt in einem zeitgenössischen Einband das didaktische Werk Der Renner von Hugo von Trimberg sowie den Alexanderroman nach einer Kompilation von Hans Hartlieb. Der Codex enthält 91 Federzeichnungen. Anweisungen zur Ausführung dieser Zeichnungen sind am unteren Rand der jeweiligen Seite erhalten.
(fmb)
Online seit: 2007-12-20
Cologny, Fondation Martin Bodmer, Cod. Bodmer 92
Pergament · III + 124 ff. + f. [125-126] ff. · 31.6 x 19.3 cm · Ende des 13. Jahrhunderts
Isidor von Sevilla, Etymologiae
Das Hauptwerk des Bischofs von Sevilla, die Etymologien, die zu Beginn des 7. Jahrhunderts geschrieben wurden, zeigen in ihren drei ersten Büchern das erste Erscheinen der mittelalterlichen Aufteilung der Wissenschaften in Trivium (Grammatik, Rhetorik und Dialektik) und Quadrivium (Mathematik, Geometrie, Musik und Astronomie). Sich auf die – häufig unzuverlässige! – Etymologie der Wörter abstützend, sammelt Isidor in seinem Werk das gesamte antike Wissen, das er so vor dem Vergessen bewahrt. Die Handschrift wurde gegen Ende des 13. Jahrhunderts ausgeführt, vermutlich in der Umgebung der Pariser Universität und ist ein Zeuge des gewaltigen Erfolgs dieser umfangreichen Enzyklopädie.
(mes)
Online seit: 2009-12-21
Cologny, Fondation Martin Bodmer, Cod. Bodmer 93
Pergament · 59 ff. · 23.2 x 16.2 cm · Ende des 14. Jahrhunderts
Jacques de Cessoles, Echecs moralisés
Die Pergamenthandschrift aus der Zeit um 1400 enthält das Werk des dominikanischen Predigers Jacques de Cessoles, der das Schachspiel als Gleichnis für seine moralischen Ausführungen verwendet. Dies wird auch in 16 Miniaturen bildlich dargestellt.
(fmb)
Online seit: 2007-12-20
Cologny, Fondation Martin Bodmer, Cod. Bodmer 94
Pergament · 116 ff. · 13.8 x 10.2 cm · 14. Jahrhundert
Jacopone da Todi, Laudi (Laudario Mortara)
Die Laudi des italienischen Franziskaners Jacopone da Todi sind religiös inspirierte Gedichte, die als Balladen mit unterschiedlichen Versmassen verfasst sind und häufig die Form eines Dialogs aufweisen. CB 94 wurde in der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts durch vier verschiedene Schreiber erstellt.
(fmb)
Online seit: 2007-12-20
Cologny, Fondation Martin Bodmer, Cod. Bodmer 95
Pergament · I + 118 + I ff. · 22.5 x 14.5 cm · Ende des 13. – Beginn des 14. Jahrhunderts
Jean de Thuin, Roman de Jules César
Diese Handschrift stellt einen der vier bekannten Textzeugen (ohne ein Fragment mitzuzählen) des Roman de Jules César von Jean de Thuin dar, ein Gedicht aus ungefähr 9500 Alexandrinern, das eine Adaption des Heldengedichtes De bello civili von Lukan ist. Der Anfang und das Ende des Textes fehlen in dieser Handschrift, in der die Haupteinteilung des Gedichtes durch abwechselnd blaue und rote Initialen signalisiert wird. Die Initialen befinden sich am Anfang jeder Strophe und werden von Filigranarbeiten in der jeweils anderen Farbe begleitet.
(rou)
Online seit: 2017-09-26
Cologny, Fondation Martin Bodmer, Cod. Bodmer 96/1
Pergament · II + 314 + II ff. · 35 x 25 cm · Anfang des 15. Jahrhunderts (1410-1430)
Guiron le Courtois
Die grossartig illuminierte Handschrift in zwei Bänden wurde zu Beginn des 15. Jahrhunderts verfasst und enthält den um 1235 entstandene Roman über die Väter der Helden der Tafelrunde, Guiron le Courtois. In CB 96 sind die verschiedenen Erzählungen in einer nur hier überlieferten Ordnung enthalten.
(fmb)
Online seit: 2009-03-25
Cologny, Fondation Martin Bodmer, Cod. Bodmer 96/2
Pergament · II + 286 + II ff. · 35 x 25 cm · Anfang des 15. Jahrhunderts (1410-1430)
Guiron le Courtois
Die grossartig illuminierte Handschrift in zwei Bänden wurde zu Beginn des 15. Jahrhunderts verfasst und enthält den um 1235 entstandene Roman über die Väter der Helden der Tafelrunde, Guiron le Courtois. In CB 96 sind die verschiedenen Erzählungen in einer nur hier überlieferten Ordnung enthalten.
(fmb)
Online seit: 2009-03-25
Cologny, Fondation Martin Bodmer, Cod. Bodmer 97
Pergament · 83 ff. · 21.5 x 15 cm · 13. Jahrhundert
Iohannes Damascenus, De fide orthodoxa (übersetzt ins Lateinische von Burgundius Pisanus)
Diese Handschrift aus dem 13. Jahrhundert stammt aus Italien und enthält die vier ersten Bücher des von Johannes Damascenus auf Griechisch verfassten Werkes De fide orthodoxa. Wie es der Titel (f. 1r) besagt, war dieser Text auf Anfrage des Papstes Eugen III. (1145-1153) vom Jurist und produktiven Übersetzer Burgundius Pisanus auf Lateinisch übersetzt worden. Zahlreiche Marginalglossen, zumeist zeitgleich zur Entstehung dieser Handschrift, sind im gesamten Text zu finden.
(rou)
Online seit: 2017-09-26
Cologny, Fondation Martin Bodmer, Cod. Bodmer 98
Pergament · 169 ff. · 30 x 20.5 cm · 9. Jahrhundert (erste Hälfte)
Flavius Iosephus, Antiquitates iudaicae
Die Handschrift enthält in lateinischer Übersetzung die ursprünglich im ersten Jahrhundert in griechischer Sprache abgefassten «Antiquitates Judaicae» des jüdischen Historikers Flavius Josephus. CB 98 wurde in der Benediktinerabtei San Silvestro di Nonantola (Provinz Modena) in einer sehr sorgfältigen vorkarolingischen Schrift geschrieben, ebenso wie die Handschrift CB 99, die auch Texte von Flavius Josephus enthält.
(fmb)
Online seit: 2007-12-20
Cologny, Fondation Martin Bodmer, Cod. Bodmer 99
Pergament · 210 ff. · 29.8 x 20.5 cm · 9. Jahrhundert (erste Hälfte?)
Flavius Iosephus, De bello iudaico
Der Codex enthält den im 1. Jahrhundert abgefassten Jüdischen Krieg des Historikers Flavius Josephus. De bello Judaico beschreibt in 7 Büchern den jüdischen Aufstand von 66 bis zum Fall von Masada im Jahr 73. CB 99 wurde wie die Handschrift CB 98 in der Benediktinerabtei San Silvestro di Nonantola (Provinz Modena) geschrieben, wohl aber später als CB 98 und von anderen Schreibern.
(fmb)
Online seit: 2007-12-20
Cologny, Fondation Martin Bodmer, Cod. Bodmer 100
Pergament · 292 ff. · 42.5 x 26.5 cm · 14. Jahrhundert
Justinian I, Digestum Vetus
Diese italienische Handschrift des 14. Jahrhunderts, vermutlich aus Bologna, enthält das Digestum Vetus, ein grundlegendes Werk, welches von der Geschichte des römischen Rechts im 14. Jahrhundert zeugt. Es umfasst verschiedene Referenztexte, die systematisch mit der Glossa ordinaria, der sog. „Magna glossa“ von Franciscus Accursius, einer Interlinearglosse und der Glosse der Glosse versehen wurden, welche Arbeiten zur Erklärung und Belehrung darstellen. Viele Maniculae (lat manicula, ae: Händchen) zeugen von der emsigen Arbeit, die eine Vielzahl von Lesern über diesen trockenen Text geleistet hat. Diese Handschrift enthält zahlreiche Pecienmarken. Auf einem herausgelösten Blatt (f. 37bis) befindet sich ein Gedicht an den Leser des italienischen Juristen Angelus Boncambius (ca. 1450).
(fmb)
Online seit: 2013-04-23
Cologny, Fondation Martin Bodmer, Cod. Bodmer 101
Pergament · 60 ff. · 19.6 x 13 cm · 12. Jahrhundert
Juvenal, Satiren (mit Glossen)
Enthält Juvenals Satiren (I-XVI) mit Glossen, welche vermutlich aus dem Kommentar des Pseudo-Cornutus stammen. Auf den beiden Innenseiten des Einbandes sind Fragmente in niederländischer Sprache aus einer Handschrift des 14. Jahrhunderts eingeklebt, die einen Teil des poetischen Werks Martijn von Jacob van Maerlant, einem der grössten flämischen Dichter des Mittelalters, enthalten.
(ber)
Online seit: 2013-04-23
Cologny, Fondation Martin Bodmer, Cod. Bodmer 102
Pergament · 1 ff. · 16.2 x 27.2 cm · 30. Januar 1354
Urkunde der Kanzlei von König Karl IV.
In dieser Urkunde erlaubt Karl IV. (1314–1378, 1346 zum römisch-deutschen König gewählt, 1355 zum Kaiser gekrönt) der Gräfin Irmengard von Nassau († 1371), in ihren Dörfern, Gerichten und Städten Wegzölle zu erheben, so wie es zuvor ihr Vater Kraft II. von Hohenlohe-Weikersheim († 1344) getan hatte. Die Einkünfte sollen zur Begleichung der Schulden dienen, die das Reich ihr gegenüber hat. Der Rest eines Wachssiegels von König Karl IV. ist mit einem Pergamentstreifen an der Urkunde befestigt. Das Dokument blieb mehrere Jahrhunderte im Besitz der Familie Hohenlohe und wurde 1969 vom Haus J. A. Stargardt in Marburg an Martin Bodmer verkauft.
(rou)
Online seit: 2025-12-11
Cologny, Fondation Martin Bodmer, Cod. Bodmer 103
Pergament · V + 307 ff. · 27 x 20 cm · 1378 / zweites Viertel des 15. Jahrhunderts (Wetzel, S. 147) bzw. um 1430 (Hayer 1998, S. 160)
Konrad von Megenberg, Buch der Natur · Johannes Denenat, Experientiae notabiles medicae
Die beiden ursprünglich selbständigen Teile der Handschrift wurden wohl im letzten Drittel des 15. Jhs. (nach 1469, vgl. Registerblatt Bl. Iv) zusammengebunden. Der erste, einspaltig beschriebene Teil (Bl. 1r – 272) enthält Konrads von Megenberg Buch der Natur (Prologfassung). Dieser Teil der Handschrift weist marginal Korrekturen und Glossen (v. a. bei medizinisch relevanten Textteilen) auf, die vielleicht vom Erstbesitzer der Handschrift stammen (Hayer 1998, S. 162). Besonders in den Teilen I, III, IV, und V des Buch der Natur befinden sich Randnotizen und Interlinearglossen von einer Hand des 15. Jhs., welche die naturkundlichen Inhalte für die Predigt allegorisch aufbereiten. Zahlreiche kleinere und größere Rand-Illustrationen. Der zweispaltig beschriebene zweite Teil (Bl. 274ra-307rb) enthält ein medizinisches Kompendium in sechs Teilen (Kinderkrankheiten – Krankheiten aus dem Ungleichgewicht der humores – Augenkrankheiten – Pest, Hautkrankheiten, Fieber – Chirurgie und Wundarznei – Geschlechtskrankheiten, Knochenverletzungen, Verbrennungen), lateinische und deutsche Rezepte sowie ein deutschsprachiges Inhaltsverzeichnis. Auf Bl. 284ra befindet sich die Zeichnung eines chirurgischen Instruments. Früher Privatbesitz Antiquariat Hans P. Kraus, New York, Nr. 1958/13; davor Maihingen, Fürstl. Öttingen-Wallersteinsche Bibl., Cod. III.1.2° 3.
(wei)
Online seit: 2014-04-09
Cologny, Fondation Martin Bodmer, Cod. Bodmer 104
Pergament · I + 158 ff. · 31.9 x 21.7 cm · 15. Jahrhundert (um 1465-1475?)
Laktanz, Werke
Diese Handschrift enthält Werke von Laktanz, die in einer italienischen humanistischen Schrift in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts geschrieben wurden. Der Buchschmuck besteht aus vielen Initialen mit bianchi girari, mit seitlichen Randbordüren und einem Frontispiz, das auf drei Seiten ebenfalls mit bianchi girari und naturalistischen Elementen umgeben ist: Vögel, Schmetterlinge und ein Esel. Am unteren Rand halten zwei Putten einen Lorbeerkranz, welcher das Wappen des Auftraggebers enthält. Es gehört einem Mitglied der aragonesischen Königsfamilie von Neapel, vermutlich Ferdinand I., König von Neapel (1458-1494). Eine alte Signatur bestätigt, dass die Handschrift aus der Bibliothek der aragonesischen Könige von Neapel stammt.
(ber)
Online seit: 2013-04-23
Cologny, Fondation Martin Bodmer, Cod. Bodmer 105/1
Papier · IV + 514 + IV pp. · 38.3 x 27.5 cm · 15. Jahrhundert
Lancelot propre
Diese Papierhandschrift in vier Bänden aus dem 15. Jahrhundert vereinigt die Prosatexte Lancelot Propre, La Queste del saint Graal und La Mort le roi Artu. Der erste Band enthält 42 aquarellierte Federzeichnungen, der vierte Band weist auf eingefügten Pergamentblättern zwei ganzseitigen Illustrationen auf.
(fmb)
Online seit: 2007-12-20