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[sine loco], codices restituti, Cod. 2 (Frowinus dispersus)
Pergament · 194 ff. · 31.5 x 23 cm · 1143-1178
Gregorius M., Moralia in Job., t. I (Codex restitutus)
Dieser Codex enthält eine virtuelle Rekonstruktion von Cod. 20 der Klosterbibliothek Engelberg mit dem ersten Band der Moralia in Iob von Gregor dem Grossen. Er enthält den ersten (f. 6r-99r) und zweiten Teil (99r-193v), beide gegliedert in je fünf Bücher. Am Anfang des Bandes befand sich eine ganzseitige, kunstvolle Darstellung von Hiob mit den drei Freunden (obere Hälfte) und eine Darstellung Gregors des Grossen und einem schreibenden Mönch (untere Hälfte), der wie üblich Petrus Diaconus darstellt. Dieses Blatt mit einem Widmungsvers auf Frowin auf der Rückseite, der eigentlichen Rectoseite, wurde von P. Karl Stadler in seinem handgeschriebenen Katalog von 1787 sorgfältig beschrieben und half so, dieses membrum disiectum, das heute in The Cleveland Museum of Art, 1955.74 (Purchase from the J.H. Wade Fund) aufbewahrt wird, eindeutig diesem Band zuzuweisen.
(flu)
Online seit: 2014-12-15
[sine loco], codices restituti, Cod. 3 (Biblia Theodulfi, Fragmenta)
Pergament · ? ff. · 22-45.9 x 26.4-61 cm · Mitte des 9. Jahrhunderts (Schönherr)
Biblia latina (Vulgata recensione Theodulfi). Fragmenta.
Weniger als zehn Textzeugen der Vulgata-Bearbeitung des Theodulf von Orléans († 821) sind überliefert. Umfangreiche Reste einer solchen Theodulfbibel des 9. Jahrhunderts aus dem Vorbesitz des Solothurner St. Ursenstifts, wo sie im 16. Jahrhundert zerschnitten und als Einbandmaterial benutzt wurde, haben sich im Staatsarchiv Solothurn und in der Zentralbibliothek Solothurn erhalten. Virtuelle Zusammenführung der Fragmente: [sine loco], codices restituti, Cod. 3 (Biblia Theodulfi Fragmenta).
(hol)
Online seit: 2015-03-19
[sine loco], codices restituti, Cod. 4 (Legendarium)
Pergament · 23 ff. · ca. 42 x 30.5 cm · ca. 1156
Fuldaer Legendar
Insgesamt 23 Blatt eines ehemals sechsbändigen Fuldaer Legendars, das 1156 Rugger, Mönch des Klosters Frauenberg in Fulda (1176-1177 als Rugger II. Abt von Fulda), in Auftrag gegeben hatte. Es stammt in seinen Hauptteilen vermutlich von der Hand Eberhards von Fulda und erinnert auch im Buchschmuck stark an den Codex Eberhardi (Marburg, Hessisches Staatsarchiv K 425 und K 426). Der Umfang der Sammlung lässt sich anhand der Zählungen in den überlieferten Inhaltsverzeichnissen und an den Textanfängen auf ehemals rund 500 Viten und Passionen hochrechnen. So zeugt das Werk von den nicht nur wirtschaftlichen, sondern auch spirituellen und kulturellen Reformbemühungen unter dem Fuldaer Abt Markward (1150-1165) und ist zugleich das nördlichste und wohl das früheste der überlieferten fünf- und sechsbändigen süddeutschen Legendare des 12. Jahrhunderts. Später bildete es die (indirekte) Vorlage für den Grundstock der Texte des großen Böddekener Legendars und blieb über dieses in den Acta Sanctorum der Bollandisten bis in die Neuzeit wirkmächtig. Das monumentale Fuldaer Legendar wurde am Ort noch in der Mitte des 16. Jhs. von Georg Witzel (1501-1573) benutzt und für sein Hagiologium seu de sanctis ecclesiae (Mainz 1541) sowie für seinen Chorus sanctorum omnium. Zwelff Bücher Historien Aller Heiligen Gottes (Köln 1554) ausgewertet. In Basel, Solothurn, Nürnberg und Stuttgart sind Fragmente des 3., 4. und 6. Bandes erhalten. Sie zeigen, dass zumindest der 3. (Mai-Juni) und 6. Band (November-Dezember) schon wenig später nach Basel kamen, wo sie offenbar um 1580 makuliert wurden.
(stb)
Online seit: 2019-06-13
[sine loco], codices restituti, Cod. 5 (Biblia latina)
Pergament · 18 ff. · 15.5-46 x 10.5-33.5 · frühes 9. Jahrhundert
Biblia latina
Reste einer im frühen 9. Jahrhundert in Tours entstandenen Alkuinbibel aus dem Berner Dominikanerkloster, die um 1495 durch den Buchbinder Johannes Vatter als Spiegelblätter verschiedener Inkunabeln verwendet wurden. Nach Aufhebung des Klosters 1528 gelangten die Trägerbände auf verschiedenen Wegen in den Besitz der Berner Stadtbibliothek bzw. verschiedener Bibliotheken in Solothurn. Um 1945 wurden die Fragmente BBB Cod. 756.59 (1 Blatt), Cod. 756.70 (8 Blätter und 1 Streifen) sowie Cod. 756.71 (2 Blätter) durch Johannes Lindt aus den Trägerbänden abgelöst; sie befinden sich heute in der Burgerbibliothek Bern (BBB). In situ, d.h. in Inkunabeln der Universitätsbibliothek Bern (MUE) befinden sich noch ein weiteres Blatt (MUE Inc. I.20) bzw. kleinere Fragmente (MUE Inc. IV.77). In der Zentralbibliothek Solothurn (ZBS) befinden sich: Cod. S 458 (Spiegelblätter) sowie S II 151 (abgelöste Fragmente).
(mit/hol)
Online seit: 2019-12-12
[sine loco], codices restituti, Cod. 6 (Concilium Ephesinum, Fragment)
Pergament · 4 ff. · ca. (22.5) × 18.5 cm · 9. Jh., 2. Drittel
Concilium Ephesinum (Fragment)
Zwei aufeinanderfolgende Doppelblätter einer Fuldaer Handschrift aus dem 2. Drittel des 9. Jh. mit der sogenannten Collectio Veronensis der Akten des dritten Ökumenischen Konzils von Ephesos 431. Der Codex wurde offenkundig in der Neuzeit in der Schweiz makuliert. Wann und auf welchem Weg er von Fulda in die Schweiz gelangte, lässt sich nicht feststellen; vielleicht kam er jedoch wie eine Anzahl weiterer Fuldaer Handschriften in der 1. Hälfte des 16. Jahrhunderts als potentielle Textvorlage für Drucke Basler Offizinen dorthin.
(stb)
Online seit: 2020-06-18
Überlingen, Leopold-Sophien-Bibliothek, Ms. 22
Papier · I + 321 ff. · 29.5 x 21 cm · um 1505
Deutschsprachige Sammelhandschrift mit Dialoggedichten, einem Prosadialog, Texten von Heinrich Seuse, Schwesternbüchern, Legenden sowie den ›Vierzig Myrrhenbüscheln vom Leiden Christi‹
Die aus vier kodikologischen Einheiten bestehende Handschrift wurde um 1505 von den beiden Dominikanerinnen Cordula von Schönau (Konstanz, früher St. Gallen) und Regina Sattler (St. Gallen) im und für das Konstanzer Dominikanerinnenkloster Zoffingen geschrieben. Für den Codex kopierten die beiden Konventsschwestern die Dialoggedichte ›Kreuztragende Minne‹ und ›Christus und die minnende Seele‹, den Prosadialog ›Disput zwischen der minnenden Seele und unserem Herrn‹, Heinrich Seuses ›Exemplar‹ (ohne das ›Büchlein der ewigen Weisheit‹) sowie 15 seiner Sendbriefe, das ›Tösser Schwesternbuch‹, die Legenden der Elisabeth von Ungarn, der Margaretha von Ungarn und des Ludwig von Toulouse, die ›Vierzig Myrrhenbüschel vom Leiden Christi‹, die Gründungsgeschichte des Dominikanerinnenklosters St. Katharinental bei Diessenhofen und das ›St. Katharinentaler Schwesternbuch‹.
(fas)
Online seit: 2014-04-09
Überlingen, Leopold-Sophien-Bibliothek, Ms. 62
Papier · 200 ff. · 40 x 24 cm · [1514-1532]
Werner Schodoler, Eidgenössische Chronik, Bd. 1
Die Eidgenössische Chronik von Werner Schodoler (1490-1541) ist die jüngste der illustrierten Schweizer Chroniken des Spätmittelalters. Ihre Niederschrift wurde aus privater Initiative zwischen 1510 und 1535 unternommen und hat v.a. die Amtliche Berner Chronik von Diebold Schilling und die Kronica von Petermann Etterlin zur Vorlage. Dieser Band, der erste der dreiteiligen Chronik, enthält die Geschichte vom legendären Ursprung von Zürich und Luzern bis zur Flucht des Gegenpapstes Johannes XXIII. aus Konstanz (1415). Obwohl Raum für die Illustrationen ausgespart wurde, wurden sie nicht ausgeführt (ausser jene von 12v). Die drei Bände befinden sich heute in unterschiedlichen Bibliotheken: der erste Band in der Leopold-Sopien-Bibliothek in Überlingen, der zweite im Stadtarchiv Bremgarten und der dritte in der Aargauer Kantonsbibliothek.
(ber)
Online seit: 2012-12-20