Aarau, Aargauer Kantonsbibliothek, MsWettF 43
Creative Commons License

Bretscher-Gisiger Charlotte / Gamper Rudolf, Katalog der mittelalterlichen Handschriften des Klosters Wettingen, Dietikon-Zürich 2009, S. 152-153.

Handschriftentitel: Vocabularius utriusque iuris
Entstehungszeit: 1467
Beschreibstoff: Papier. Wasserzeichen: Ochsenkopf, Piccard, Wasserzeichenkartei Nr. 64888 (1462) und weitere Form.
Umfang: 138 Blätter
Format: 30,5 x 21 cm
Seitennummerierung: Foliierung: I–III. 1–132 [= V]. VI–VIII.
Lagenstruktur: 11 VI132. Reklamanten. Zählung der Blätter innerhalb der Lagen, stark beschnitten.
Seiteneinrichtung: Begrenzung des Schriftraums mit Tintenlinien, Schriftraum 20,5 x 13–13,5, zweispaltig (5,5–6), 46–52 Zeilen.
Schrift und Hände: Schleifenlose Bastarda von der Hand des Johannes Frantz aus Leipheim.
Buchschmuck: Initium des Prologs in Majuskeln. Jeweils zu Beginn der alphabetisch geordneten Lemmata Raum ausgespart für 5–7zeilige Initialen, 1ra für 13zeilige Initiale, nicht ausgeführt.
Spätere Ergänzungen: Korrekturen und Marginalien von verschiedenen Händen des 15. Jhs., z. B. 7r, 33v, 67v, 102v. 6v Handweiser. 130va Nachtrag von einer weiteren Hand.
Einband:
  • Halblederband mit Holzdeckeln, 15. Jh., obere Ecke des Hinterdeckels weggebrochen. Streicheisenlinien, Einzelstempel wie MsWettF 26:3 und MsWettF 27. Auf dem Vorderdeckel Spuren eines Titelschilds. Ehemals zwei nach vorn greifende Kantenschliessen.
  • In den Fälzen unbeschriebene Pergamentstreifen. Spiegelblätter mit Papier überklebte Pergamentfragmente, abgelöst. Auf dem Pergamentfragment und dem Falz nach Bl. 3 Notizen über besuchte Vorlesungen, z. B. Item elencorum a magistro Marquardo Spieß de Sindelfingen, Item thopicorum a magistro Conrado Gummeringer, Item tractatum de proportionibus a magistro Gabrielo Bihel de Spira, nachgewiesen in den Matrikeln der Universität Heidelberg 1429 und 1432 (Gustav Toepke, Die Matrikel der Universität Heidelberg, Bd. 1, Heidelberg 1884, S. 181, 182 und 191). Aufgeklebte Spiegelblätter und Vorsatzblätter (IIII, VIVIII) Papier, Wasserzeichen: Ochsenkopf, Piccard XII 857–859 (1457–1470).
  • Einband nachträglich schwarz gesprenkelt. Gelber Schnitt. Nachträglich angebrachter brauner Lederrücken mit Goldprägung und rotem Titelschild Vocabularium iuris, darunter Wettinger Bibliotheksignatur Q.I.20, 18. Jh., sowie Reste eines späteren Papierschilds.
Inhaltsangabe:
  • IrIIIr leer.
  • IIIv Inhaltsverzeichnis.
  • 1ra130rb Vocabularius utriusque iuris. Prolog. [A]d omnipotentis dei gloriam et scholastorum [sic] utilitatem Text: [A] Quando sep[ar]acionem facit, quando includit et quando excludit …–… Zelotes id est zelans et ulciscens Sit laus deo Ihesu Christo ac eius genitrici Marie gloriosissime etc.
    Entspricht im Inhalt mehrheitlich Iodocus Erfordensis, Vocabularius iuris utriusque, in Stichproben verglichen mit der Ausgabe Copinger 6356; weicht häufig ab in den von Seckel zusammengestellten auffälligen Stellen (Der Vocabularius iuris utriusque des Jodocus, in: Emil Seckel, Beiträge zur Geschichte beider Rechte im Mittelalter, Tübingen 1898, S. 64–69).
  • 130rb Kolophone. Hoc opus exegi hinc laus altissimo regi Estque finitum die tercia post Quasimodo geniti anno milleno quater cccc lxiiiio [19. April 1463] Quare scriptori pro penna pulchra puella detur et pro suo coniungitur opere summo in excelsis deo ubi laus et gloria in seculorum secula. Amen. Finitus et scriptus per me Iohannem Frantz de Leypphein decimo kalendas novembris anno domini 1467.
  • 130va Von anderer Hand. Iuristische Begriffe und Wendungen. Exactionibus. Angariis. Serviciis
  • 130vbVIIIv leer.
Entstehung der Handschrift: 130r nennt sich der Schreiber Johannes Frantz von Leipheim und datiert die Hs. auf den 23. Oktober 1467; er schrieb auch MsWettF 34. Zum Schreiber CMD-CH 1, S. 264.
Provenienz der Handschrift: Im 18. Jh. Wettingen OCist, vgl. Einband und Inhaltsverzeichnis, IIIv
Erwerb der Handschrift: 1r, 66r und 130v Stempel Kantonsbibliothek Aargau, 19.–20. Jh.
Bibliographie:
  • Schönherr, Handschriften, Bd. 2, Nr. 35;
  • CMD-CH 1, Nr. 13.