Frauenfeld, Kantonsbibliothek Thurgau, Y 9

Dario Binotto, Dörthe Führer, Pauline Jacsont, Mikkel Mangold, Laura Glöckler, Joana Keller, Rudolf Gamper, Katalog der mittelalterlichen Handschriften der Kantonsbibliothek Thurgau, Basel, 2025, S. 58-59.

Per gentile concessione di Schwabe Verlag, Basel, Berlin. Tutti i diritti sono riservati all'editore.
Titolo del codice: Rituale Constantiense
Luogo di origine: Diözese Konstanz
Datazione: nach 1479
Segnatura precedente: M.7
Supporto materiale: Pergament
Dimensioni: 20 Blätter
Formato: 23 × 16,5 cm
Numerazione delle pagine: Neuere Foliierung: 1–20.
Composizione dei fascicoli: 2 IV16 + II20. Im zweiten Quaternio Zählung der Doppelblätter. Reklamanten.
Condizione: Bl. 10 und Risse im Pergament genäht.
Disposizione della pagina: Liniierung und Begrenzung des Schriftraums mit Tinte, Punktierungen teils erhalten; Schriftraum 16,5-17 × 11, 21 Zeilen.
Tipo di scrittura e mani: Textualis formata, geschrieben von einer Hand des 15. Jhs.
Decorazione: Rote Strichelung, rote Überschriften, rote liturgische Anweisungen. Einzeilige Lombarden abwechselnd in Rot und Blau, gelegentlich mit Schaftaussparungen (z. B. Bl. 7r, 12v). Zweizeilige Lombarden abwechselnd in Rot und Blau, häufig mit Punktverdickungen, teils mit Schaftaussparungen (z. B. Bl. 16r); auf Bl. 15r mit Schaftaussparungen und einfachen Ornamenten.
Aggiunte: Wenige Korrekturen von der Hand des Schreibers auf Bl. 1v, 2r und 2v. Auf Bl. 1v eine Rasur.
Legatura:
  • Mit braunem Leder bezogene Holzdeckel, letztes Viertel des 15. Jhs.; wurmstichig, Ecken stark abgenutzt. Streicheisenlinien, drei unterschiedliche florale Stempel, je einmal rechteckig, rund und rautenförmig. Ehemals eine nach vorne greifende Kantenschliesse, Lager und Scharnierplatte vorhanden, der Haken fehlt. Rücken stark abgenutzt, Kapitale und Leder am Schwanz verloren. Am Kopf mit ungefärbtem Garn umstochene Kapitale.
  • Spiegelblätter Papier, vorne nur fragmentarisch vorhanden. Mehrere Fragmente in der Rückenverstärkung erkennbar, davon drei lesbar (zwei entnommen, FRG Y 9.001 und FRG Y 9.002; ein weiteres in der Hs., einst unter dem vorderen Spiegel): Drei briefliche Mitteilungen betreffend alltägliche Angelegenheiten (u. a. Segenswünsche), alle unterzeichnet mit Schoch, alle verfasst in Konstanz, zwei davon datiert m°cccc°lxxvi die viii mensis novembris indictione viiii, respektive m°cccclxxviiii die viiii mensis octobris indictione x[ii] (stark abgewetzt).
  • Auf dem Buchrücken unten zwei übereinander geklebte Signaturschilder, das untere blau gerahmt, das obere schwarz: Y 9, Kant.-Bibliothek Thurgau.
Contenuto:
  • 1r-2v Benedictio salis et aquae. >Incipit exorcismus salis in dominica.< Adiutorium nostrum in nomine domini (CAO 1279) …–… hanc creaturam salis et aque. Amen. Franz, Benediktionen, 9.II, Bd. 1, S. 170.
  • 3r-20r Ordo ad visitandum infirmum. >Incipit ordo ad visitandum infirmum.< Cum ungendus est infirmus oleo sancto primo dicat. Pax huic domui et omnibus habitantibus in ea …–… miserie dies magna et amara valde. Quando celi. Vgl. Ed. Van Dijk, Sources, Bd. 2, S. 387–390, von dieser abweichend mit RB 273, CAO 2329, CO 5082, RB 277, CO 1700, RB 294, CO 3290, RB 300, CO 2156, Kyrie und Litanei.
  • 20v leer.
Origine del manoscritto: Die Hs. dürfte aufgrund der Einbandfragmente (siehe ‹Einband›) und der Schrift bald nach 1479 entstanden sein. Der Absender der fragmentarischen Briefe aus Konstanz sowie die auf Bl. 11v am Ende der Litanei genannten Heiligen Gallus, Magnus von Füssen, Konrad und Othmar legen eine Herkunft aus der Diözese Konstanz nahe.
Acquisizione del manoscritto: Spätestens seit 1858 unter der Signatur M.7 in der Kantonsbibliothek Thurgau, vgl. Katalog (siehe ‹Literatur›).
Bibliografia:
  • Katalog 1858, S. 90;
  • Katalog 1886, S. 151.