Handschrift in dieser Sammlung wählen: B26  B26 B45  S58  2/80
Standortland:
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Schweiz
Ort:
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Zürich
Bibliothek / Sammlung:
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Braginsky Collection
Signatur:
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B28
Handschriftentitel:
Handschriftentitel
Sefirat ha-Omer („Omer-Zählung“) und andere Gebete
Schlagzeile:
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Pergament · 43 ff. · 10.6 x 7.6 cm · Amsterdam, Baruch ben Schemaria · 1795
Sprache:
Sprache
Hebräisch
Kurzcharakterisierung:
Kurzcharakterisierung
Das „Omer-Zählen“ bezeichnet das rituelle Zählen der 49 Tage zwischen Pessach und Schawuot, dem Wochenfest. In der Handschrift werden diese Tage mit entsprechenden Ziffern in 49 Vierpass-Schildern benannt. Auf f. 18r wird eine Menora dargestellt in dessen sieben Arme des Leuchters in Mikroschrift die sieben Verse des Psalms 67 eingetragen sind. Der aus Brest-Litovsk (Weissrussland) stammende Schreiber Baruch ben Shemaria hat diese Handschrift im Jahre 1795 in Amsterdam für Aaron ben Abraham Prinz, von Alkmaar in den Niederlanden geschrieben (siehe Titelseite). Die als kalligraphische Schmuckseite gestaltete Zeichnung auf f. 1r, stellt den Riesen Samson, der nach der rabbinischen Tradition mit übermenschlichen Körperkräften ausgestattet war, in der Pose eines Atlanten dar. (red)
DOI (Digital Object Identifier):
DOI (Digital Object Identifier
10.5076/e-codices-bc-b-0028 (http://dx.doi.org/10.5076/e-codices-bc-b-0028)
Permalink:
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http://e-codices.ch/de/list/one/bc/b-0028
IIIF Manifest URL:
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Wie zitieren:
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Zürich, Braginsky Collection, B28: Sefirat ha-Omer („Omer-Zählung“) und andere Gebete (http://e-codices.ch/de/list/one/bc/b-0028).
Online seit:
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18.12.2014
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e-codices · 27.11.2014, 10:27:31

The Counting of the Omer takes place during the forty-nine days from the second day of Passover until the beginning of Shavuot. It marks the offering of the first sheaf (“omer” in Hebrew) of the new harvest on the second day of Passover in the Temple period. In the synagogue the counting is usually recited at the end of the evening prayer. In the eighteenth century special Omer calendars in many different designs were popular.
Barukh ben Shemariah of Brest-Litovsk, Lithuania, included his name in the information provided on the title page. He is known to have produced four other manuscripts in Amsterdam: two unsigned Omer booklets from 1794 (Jerusalem, Israel Museum, 180/29, and a private collection), another from 1799 (Brussels, Musée juif de Belgique), and a signed single-sheet micrographic Song of Songs dated 1794 (New Haven, Yale University, Beinecke Library, Heb. +93:11). The name of the patron of the Braginsky Collection manuscript, Aaron ben Abraham Prinz of Alkmaar (the Netherlands), appears on the title page. He and his wife, Reina Kobrin, purchased the manuscript together, and gave it to his nephew, Abraham ben Aaron Prinz, whom they raised.
Some of this information also appears on folio 2r, a page embellished with micrography, a technique popular during the Middle Ages, but uncommon in later Hebrew codices (cat. nos. 54 and 66). Filling the page, the biblical Samson depicted as a loinclothclad Atlas, carries a globe above his head. According to a midrash, Samson, whose body was gigantic, had superhuman strength. For reasons unknown, Samson is referred to in the chronogram at the end of the inscription under the crown at the lower left.
Forty-nine small quatrefoils, each with the number of the day being counted that night, are followed on folio 18r by the text of Psalms 67, penned in the shape of the menorah. The seven verses of the psalm are written on the seven branches of the candelabrum. The forty-nine words of the psalm correspond to the forty-nine days of the Omer; every day represents another word. One of the three large abbreviations of well-known ethical verses – “Atlas” (“‘[God] is good to Israel,’ selah”; Psalms 73:1) – was perhaps the inspiration for the image of Samson.

From: A Journey through Jewish Worlds. Highlights from the Braginsky collection of Hebrew manuscripts and printed books, hrsg. E. M. Cohen, S. L. Mintz, E. G. L. Schrijver, Amsterdam, 2009, S. 140.

e-codices · 11.11.2014, 16:13:01

In der vorliegenden Handschrift werden die Tage der Omer-Zeit mit ihrer jeweiligen Ziffer in 49 kleinen Vierpass-Schildern benannt. Auf fol. 18r folgt die Darstellung der Menora, des siebenarmigen Leuchters, mit dem Text von Psalm 67 in Mikroschrift. Die sieben Verse des Psalms sind in die sieben Arme des Leuchters eingeschrieben. Zugleich korrespondieren die 49 Wörter des Psalms mit den 49 Tagen der Omer-Zählung und jedes Wort repräsentiert einen anderen Tag.
Baruch ben Schemaria aus Brest-Litovsk (heute Weissrussland) nannte sich als Schreiber dieser in Amsterdam verfertigten Handschrift am unteren Rand der Titelseite. Wir kennen noch vier weitere Werke von seiner Hand: zwei unsignierte Omer-Büchlein von 1794, eines im Israel Museum in Jerusalem (Sign. 180/29), das andere in Privatbesitz, ein signiertes drittes Omer-Büchlein von 1799 im Musée juif de Belgique in Brüssel und schliesslich ein signiertes Einzelblatt von 1794 mit einer Mikrografie des Hoheliedes in der Beinecke Library der Yale University in New Haven (Hebr. +93:11). Auf dem Titelblatt des Exemplars der Braginsky Collection ist auch der Name des Auftraggebers vermerkt, Aaron ben Abraham Prinz aus Alkmaar in den Niederlanden, der es gemeinsam mit seiner Frau Reina Kobrin dem Neffen Abraham ben Aaron Prinz zum Geschenk machte.
Manche Angaben auf der Titelseite wiederholt die kalligrafische Schmuckseite fol. 2r. Nach einer Blütezeit im Mittelalter wurde die mikrografische Schreibtechnik in der Neuzeit bevorzugt auf Hochzeitsverträgen und Schmuckblättern für besondere Gelegenheiten eingesetzt (Katalog Nr. 7, 23 und 54). Hier füllt die Figur des nur mit einem Lendenschurz bekleideten Samson in der Pose eines Atlanten die gesamte Seitenhöhe aus. Nach der rabbinischen Erzähltradition war Samson eine mit übermenschlichen Körperkräften ausgestattete Riesengestalt. Unklar ist jedoch der Zusam- menhang von Samson und dem Wort «Samson» im Chronogramm, das in der Kartusche unterhalb der Krone steht, mit der Omer-Zählung. Die Abkürzung des bekannten moralisierenden Bibelverses «[Gott] ist voller Güte für Israel [..., für alle Menschen, die reinen Herzens sind]» lautet Atlas (Psalm 93:1). Womöglich war dieser Vers die Inspirationsquelle für das Bild des Samson.

Aus: Schöne Seiten. Jüdische Schriftkultur aus der Braginsky Collection, Hrsg. von Emile Schrijver und Falk Wiesemann, Zürich 2011, S. 162.

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Schöne Seiten. Jüdische Schriftkultur aus der Braginsky Collection, Hrsg. von Emile Schrijver und Falk Wiesemann, Zürich 2011, S. 162-163.

A Journey through Jewish Worlds. Highlights from the Braginsky collection of Hebrew manuscripts and printed books, hrsg. E. M. Cohen, S. L. Mintz, E. G. L. Schrijver, Amsterdam, 2009, p. 140-141.

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