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Basel, Universitätsbibliothek, A IV 37
Pergament · I + 197+ II ff. · 24.3-24.5 x 17.5-17.8 cm · Aschkenas · 2. Hälfte des 14. und 2. Hälfte des 15. Jahrhunderts
Moses Maimonides, Sefer Moreh Nevukhim

Bei dieser aschkenasischen Kopie des Sefer Moreh Nevukhim (Führer der Unschlüssigen) von Moses Maimonides aus dem 14. und 15. Jahrhundert handelt es sich um die hebräische Übersetzung, die 1204 von Samuel ben Judah Ibn Tibbon (1150-1230) angefertigt wurde. Sie enthält ebenfalls ein Vorwort des Kommentars des Moreh Nevukhim von Shem Tov ben Joseph ben Shem Tov, einem spanischen Rabbiner des 15. Jahrhunderts, der ein eifriger Verfechter der Philosophie des Aristoteles und des Maimonides war. Im 15. Jahrhundert befand sich die Handschrift im Besitz des Johannes Buxtorf II, wobei letzterer sie für die lateinische Edition des Doctoris Perplexorum (Basel, 1629) benutzte. (iss)

Online seit: 19.03.2020

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Basel, Universitätsbibliothek, AN IX 4
Pergament · III + 84 + III ff. · 21 x 15.4-16.3 cm · Aschkenas · 2. Hälfte des 15. Jahrhunderts
Nizzaḥon von Basel

Sefer Nizzaḥon Yashan ist der Name einer anonymen Anthologie von Argumenten gegen die christologische Interpretation biblischer Verse, ergänzt mit einer Kritik der Evangelien und der christlichen Moral und Doktrinen. Sie wurde gegen 1300 in Deutschland oder Frankreich zusammengestellt, wie an einem Grossteil der Refutationen gesehen werden kann, die auf polemische, und dem christlichen Glauben gegenüber kritischen Themen basiert sind, die in den jüdischen Kreisen des mittelalterlichen Aschkenas und Nordfrankreichs verbreitet waren. Von diesem Werk sind nur wenige vollständige Editionen oder Handschriften erhalten, wovon eines der Nizzaḥon von Basel ist. Diese Handschrift zeigt zwar gewisse Ähnlichkeiten mit anderen Kopien auf, muss aber dennoch als ein indirekter, für die jüdische Apologetik der franko-deutschen Region wichtiger Textzeuge angesehen werden. (iss)

Online seit: 19.03.2020

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Frauenfeld, Kantonsbibliothek Thurgau, ALT 3
Pergament und Papier · 117 ff. · 18 x 11.8 cm · letztes Viertel 15. Jh. (Teil 1), 2. Hälfte 16. Jh. (2. Teil)
Prozessionale von St. Katharinental (TG)

Das Prozessionale (lat. processio = voranschreiten, Umzug in- und ausserhalb der Kirche) mit der Prozessionsordnung und den Gesängen und Texten, welche während den Prozessionen vorgetragen wurden, enthält zwei kodikologische Teile. Der erste Teil aus dem letzten Viertel des 15. Jahrhunderts mit Gesängen und Gebeten durch das Kirchenjahr weist sieben illuminierte, mehrfarbige Initialen mit Szenen aus dem Evangelium auf. Die gesungenen Abschnitte sind mit Quadratnotation in schwarz gesetzt. Während der erste Teil vermutlich nicht im und für das Kloster St. Katharinental (TG) entstand, benennt der zweite Teil Stationen und mitgeführte Reliquien und ist damit auf die Prozessionen des Dominikanerinnenklosters ausgelegt. (sol)

Online seit: 19.03.2020

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Trogen, Kantonsbibliothek Appenzell Ausserrhoden, CM Ms. 14
Papier · 50 ff. · 16.5 x 11 cm · Ingolstadt · 1584–1589
Trachtenbuch für Ladislaus von Törring

Die Papierhandschrift – ein Liber Amicorum für Ladislaus von Törring – enthält 49 Trachten- und vier Wappenbilder: allesamt Aquarelle in guter Qualität und wohl von einer Hand. Die Kostüme zeigen zumeist hochgestellte Personen, vornehmlich aus Frankreich (Paris), Spanien und Venetien. Auch zeitgenössische Transportmittel wie Schiffe und Wagen sind abgebildet. Ein Teil der dargestellten Personen ist durch Bildüber- oder -unterschriften in Französisch und Italienisch identifiziert. Auf sieben Seiten sind Sinnsprüche und Widmungen, meist in Latein, ergänzt. Widmungsempfänger ist Ladislaus von Törring (1566–1638), Baron in Stein und Pertenstein, Rektor der Universität Ingolstadt, ein Verwandter des bayrischen Königshauses. (eis)

Online seit: 19.03.2020

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Zürich, Zentralbibliothek, Ms. Car. C 126
Pergament · I +167 ff. · 23 x 17.8 cm · Sephardisch (Katalonien?) · 1292
Moses Maimonides, Sefer Moreh Nevukhim

Diese elegante, illuminierte Kopie des Sefer Moreh Nevukhim (Führer der Unschlüssigen) von Moses Maimonides (1135-1204) wurde 1292 im christlichen Spanien hergestellt. Es handelt sich um eine Kopie der hebräischen Übersetzung, die 1204 von Samuel ben Judah Ibn Tibbon (1150-1230) angefertigt wurde. Die Handschrift gelangte entweder nach den Judenverfolgungen 1391 oder nach ihrer Vertreibung von der iberischen Halbinsel 1492 nach Spanien. Sie gehörte der berühmten Familie Sforno aus Bologna, ehe sie im 17. Jahrhundert im Besitz des italienischen jüdischen Apostaten und Inquisitors Renato da Modena wieder erschien. Nach mehr als einem Jahrhundert befand sie sich in den Händen des protestantischen Theologen Johann Caspar Ulrich (1705-1768), der sie 1762 an die Bibliotheca Ecclesia Carolina, die Stiftsbibliothek der reformierten Kirche des Grossmünsters Zürich verschenkte. Im Jahre 1835, als das Stift aufgehoben wurde, bildeten die Bücher und Handschriften seiner Bibliothek zusammen mit anderen Beständen die neue Zentralbibliothek, wo die Handschrift noch heute aufbewahrt wird. (iss)

Online seit: 19.03.2020

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